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Schülerinnen der Geschwister-Scholl-AG nehmen an Gedenkfeier für die Opfer des Holocausts teil (Bericht von Lara aus der AG)

Für die meisten Schüler des GSG war der 27. Januar ein normaler Schulvormittag am GSG. Nicht so für Mia aus der Klasse 6, Jette aus der Klasse 7, Sarah aus der Klasse 9 und Inka aus der Jahrgangsstufe 10. Die vier Schülerinnen der Geschwister-Scholl-AG und Lehrerin Frau Ruch nahmen an diesem Tag an einer Gedenkfeier zur Befreiung von Ausschwitz teil, die in diesem Jahr von der AG Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage der Hellweg-Realschule vorbereitet wurde.

Für die Schülerinnen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums war es ein Besuch, der unter die Haut ging, einige Tränen brachte und der im Gedächtnis bleiben wird. Denn mit Filmmaterial, das die Namen und Bilder verstorbener Juden zeigte, und mit Karten, die mit antijüdischen Gesetzen beschriftet waren, wurde die Geschichte des Holocausts auf besonders ergreifende Weise aufgearbeitet, was zum intensiv zum Nachdenken und Trauern anregte.

Mit den Schülerinnen und Schülern der Hellweg-Realschule waren die Schülerinnen des GSG die einzigen Jugendlichen, die an der Veranstaltung teilgenommen haben. „Es war erstmal komisch, denn die meisten waren Abgeordnete in Anzügen, aber fremd habe ich mich auch nicht gefühlt", beschreibt Sarah aus der Klasse 9 das Gefühl, inmitten der ganzen Erwachsenen zu den wenigen Jugendlichen zu gehören, die an der Gedenkfeier teilnehmen durften. Und auch Frau Kariakhova, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, zeigte sich sichtlich begeistert von der Anwesenheit der GSG-Schülerinnen. So begrüßte sie die Jugendlichen mit einem warmherzigen „Das freut mich!". Ein schwer zu beschreibendes Gefühl, so empfangen zu werden, findet Jette aus der Klasse 7: „Das kann ich kaum in Worte fassen. Irgendwie wollte ich mich bedanken, dass ich bei so einer Feier dabei sein durfte. Aber es war eben genau anders herum."

Bei den ganzen traurigen, jedoch auch teils schönen Eindrücken, die bei der Gedenkfeier auf die Schülerinnen einwirkten, wirkten viele noch Tage später nach und beschäftigten die GSG-Schülerinnen. „Nach der Gedenkfeier musste ich noch an ein Video denken, was gezeigt wurde, in dem eine ältere Dame die ganzen Fakten runter redete. Sie verleugnete die Gaskammern, Leichenberge etc., auch wenn es dafür Beweise gibt", erzählt Inka von den Gedanken, die sie später beschäftigt haben. „Es ist erschreckend, wie manche Menschen so etwas sagen können, wenn so viele unschuldige Menschen gestorben sind. Damals waren ja viele so eingenommen und dachten sich nichts dabei, aber dass in der heutigen Zeit so schlimme Tatsachen immer noch abgestritten werden, ist einfach nicht zu verstehen".

Dass die Schülerinnen an der Veranstaltung teilnehmen durften, war für sie eine große Ehre und zugleich auch eine gefühlte Belohnung für die engagierte Arbeit, die sie in den letzten Wochen geleistet haben, um die Geschichte der Geschwister Scholl aufzuarbeiten. Vielleicht schien das Thema gerade deswegen besonders nahe und auch aktuell. Vor allem jedoch war der Besuch bei der Gedenkfeier so besonders, weil es die Möglichkeit bot, den Opfern des Holocausts zu gedenken oder wie Jette aus der Klasse 7 es beschrieb: Eine Art zu sagen „Hey, wir denken an euch!" und „Ihr seid etwas Besonderes, denn wir werden immer an euch denken!".