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Namensgeber: Die Geschwister Scholl

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium nahm seine Arbeit 1968 auf. Es war das erste Gymnasium in Unna, an dem Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet wurden. Der Gründungsdirektor Rudolf Schlabach wünschte sich dazu passend Hans und Sophie Scholl als Namensgeber der Schule. Ihre kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und ihr Engagement für bürgerliche und humanistische Werte sollte und soll geistiger Hintergrund, Ziel der und kritische Instanz für die zu leistende Bildungs- und Erziehungsarbeit des Gymnasiums sein. Diese Gedanken finden auch im Leitbild des GSG wieder.

Hans und Sophie Scholl wurden bekannt als Mitglieder der Weißen Rose, einer jungen studentischen Gruppe, die während des Zweiten Weltkriegs im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv war, insbesondere bei der Verbreitung von Flugblättern gegen den Krieg und die Diktatur unter Adolf Hitler.

Hans und Sophie wurden am 18. Februar 1943 beim Auslegen von Flugblättern an der Münchner Universität von deren Hausmeister überrascht und bei der Gestapo denunziert. Bereits am 22. Februar 1943 wurden die 21 jährige Sophie und der 24 jährige Hans vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt und noch am selben Tage im Gefängnis München-Stadelheim grauenhaft hingerichtet.

Hans und Sophie Scholl gelten seit der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart als bedeutende Symbolgestalten eines an humanistischen Werten orientierten Widerstands innerhalb Deutschlands gegen das totalitäre NS-Regime.

1982 initiierte die Schülervertretung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums eine über die Namensgebung hinaus gehende Beschäftigung und Identifizierung mit den Opfern des NS-Regimes im Allgemeinen und Hans und Sophie Scholl im Speziellen. Aus dieser Initiative wuchs die Tradition, jährlich am 22. Februar mit einem "Geschwister-Scholl-Tag" nicht nur die Erinnerung an Hans und Sophie Scholl wach zu halten, sondern auch der Frage nachzugehen, "wo heute Menschen mit vergleichbarem Engagement wirken und dafür leiden müssen", wie es der damalige Schulleiter Picard beschrieb. Seit 2015 gibt es am GSG auch eine "Geschwister-Scholl-AG" mit den gleichen Zielen.