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Oberstufenteam informiert: Zulassung, Prüfung und Durchschnittsnote - so "funktioniert" das Abitur 2018

Die Voraussetzungen zum Abitur und die Berücksichtigung der Leistungen der Qualifikationsphase und der Abiturprüfungen für die Abiturnote sind eindeutig und landesweit einheitlich geregelt. Sie können jederzeit im Internet recherchiert werden. Dennoch ist nicht immer allen Schülerinnen und Schülern in der Qualifikationsphase klar, wie die einzelnen Noten in die Zulassung und die Gesamtberechnung der Abiturleistungen einfließen. Das GSG-Oberstufenteam hat sich die Mühe gemacht, die wichtigsten Informationen zusammenzufassen:

 

Block I - Die Zulassung zur Abiturprüfung: Vor der Abiturprüfung findet das Verfahren der Zulassung statt. Dabei wird ermittelt, welche von den in der Qualifikationsphase belegten Kursen in die Berechnung der Abiturnote einfließen. In Block I müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Es müssen mindestens 30 anrechenbare Grundkurse und 8 Leistungskurse belegt worden sein.
  • In den Fächern mit Belegungsverpflichtung darf kein Kurs mit null Punkten abgeschlossen worden sein.
  • Von den insgesamt belegten Kursen fließen 27 bis 32 anrechenbare Grundkurse und 8 Leistungskurse in die Gesamtqualifikation ein. Es können also insgesamt mindestens 35, höchstens 40 Kurse eingebracht werden. Vertiefungsfächer sind nicht anrechenbar.
  • In der Gesamtheit der in Block I anzurechnenden Kurse müssen mindestens 200 Punkte erreicht sein.
  • Werden 35 bis 37 Kurse eingebracht, dürfen 7 Kurse, darunter höchstens 3 Leistungskurse (!), ein Defizit (= 4 oder weniger Punkte) aufweisen.
  • Werden 38 bis 40 Kurse eingebracht, dürfen 8 Kurse, darunter höchstens 3 Leistungskurse (!), ein Defizit aufweisen.

Berechnung der Gesamtpunktzahl für Block I: EI = (P : S) x 40

  • EI = Ergebnis Block I
  • P = Punkte, die in den für die Zulassung zur Abiturprüfung eingebrachten Kursen in vier
  • Schulhalbjahren der Qualifikationsphase erzielt wurden. Grundkurse (mindestens 27) werden einfach, Leistungskurse (8) doppelt gewertet.
  • S = Schulhalbjahresergebnisse (Anzahl der Kurse), Grundkurse werden einfach und Leistungskurse doppelt gezählt.

Wer die Bedingungen für die Zulassung zur Abiturprüfung nicht erfüllt, muss das letzte Jahr der Qualifikationsphase wiederholen. Würde dadurch bis zur erneuten Zulassung zur Abiturprüfung die Höchstverweildauer von vier Jahren überschritten, muss die Schülerin oder der Schüler die gymnasiale Oberstufe verlassen.

 

Block II - Die Abiturprüfung: Die Abiturprüfung findet in vier Fächern statt und zwar in den beiden Leistungskursfächern, die erstes und zweites Abiturfach sind, und in zwei Grundkursfächern als drittem und viertem Abiturfach. Die Abiturprüfung erfolgt…

  • in den Leistungskursen und im dritten Abiturfach schriftlich und je nach Ergebnis auch mündlich (> Nachprüfung)
  • im vierten Abiturfach ausschließlich mündlich.

Die Aufgaben für die drei schriftlichen Prüfungen werden zentral gestellt und sind für alle Abiturientinnen und Abiturienten in Nordrhein-Westfalen gleich. Die Klausuren werden in jedem Abiturfach landesweit am selben Tag geschrieben. Die Arbeitszeit in der schriftlichen Prüfung beträgt in den Leistungskursfächern 4 Zeitstunden und 15 Minuten, im dritten Abiturfach 3 Zeitstunden. Für Experimente und praktische Arbeiten kann die Arbeitszeit durch die oberste Schulaufsichtsbehörde um maximal eine Stunde verlängert werden. Wenn eine Auswahl aus vorgelegten Texten oder Materialien getroffen werden muss, stehen hierfür zusätzlich 30 Minuten zur Verfügung.

Die Vorgaben für die Prüfungen können im Internet unter www.standardsicherung.nrw.de eingesehen werden. Hier findet man zur Vorbereitung auf die Prüfungen die Abiturklausuren der letzten drei Jahre inklusive der Erwartungshorizonte zum Download: über > „Zentralabitur NRW“ > „Abitur Gymnasiale Oberstufe“ > „Prüfungsaufgaben“; die Zugangsdaten (Login und Passwort) erhalten Schülerinnen und Schüler in der Qualifikationsphase von ihren Fachlehrern/-innen, Jahrgangsstufenleitern/-innen, der Oberstufenkoordination oder der Schulleitung.

Nach den schriftlichen Prüfungen findet die mündliche Prüfung im vierten Abiturfach statt. Die Aufgaben werden von der Fachlehrkraft nach Beratung mit dem Fachprüfungssauschuss dezentral gestellt. Nach einer Vorbereitungszeit von in der Regel 30 Minuten erfolgt die zweiteilige mündliche Prüfung (Vortrag und Fachgespräch), die insgesamt mindestens 20, höchstens 30 Minuten dauert.
Im ersten, zweiten und dritten Abiturfach werden zusätzlich mündliche Prüfungen (Nachprüfungen) angesetzt, wenn

  • die Ergebnisse in den schriftlichen Arbeiten um vier oder mehr Punkte der einfachen Wertung vom Durchschnitt der Punkte abweichen, die im jeweiligen Prüfungsfach in den vier Kursen der Qualifikationsphase erreicht wurden (Abweichungsprüfung)
  • die Mindestpunktzahl für den Abiturbereich oder für einzelne Abiturfächer nicht erreicht wurde (Existenzprüfung)
  • Schülerinnen oder Schüler die Bewertung in einem Fach oder die Durchschnittsnote auf dem Abiturzeugnis verbessern möchten. Dann können sie sich freiwillig zu mündlichen Prüfungen im ersten bis dritten Abiturfach melden. Das Ergebnis einer freiwilligen mündlichen Prüfung geht in die Abiturnote ein und wird gesondert auf dem Abiturzeugnis vermerkt (als "freiwillige Nachprüfung").

Wenn in einem Fach schriftlich und mündlich geprüft wird, gehen die Noten für die schriftliche und mündliche Prüfung im Verhältnis 2:1 (= schriftlich: zweifache Wertung / mündlich: einfache Wertung) in die Abiturnote ein!

 

Berechnung der Gesamtpunktzahl für Block II:

  • Ohne „besondere Lernleistung“: Jede Prüfungsnote wird fünffach gewertet. Bei vier Abiturfächern müssen in mindestens zwei Prüfungsfächern – darunter einem Leistungskursfach – jeweils mindestens 25 Punkte erreicht werden.
  • Mit „besonderer Lernleistung“: Jede Prüfungsnote wird vierfach gewertet. Bei dann fünf Abiturfächern müssen in mindestens zwei Prüfungsfächern – darunter einem Leistungskursfach – jeweils mindestens 20 Punkte erreicht werden.
  • In beiden Fällen müssen als Ergebnis der vier (beziehungsweise fünf) Abiturprüfungsnoten mindestens 100 Punkte erreicht werden; maximal 300 Punkte sind möglich.

 

Berechnung der Gesamtpunktzahl für die Abiturdurchschnittsnote

Die Berechnung erfolgt durch Addition der Leistungen in den beiden Blöcken: Leistungen aus der Qualifikationsphase (= Block I; 200 - 600 Punkte) + Leistungen im Abiturbereich (= Block II; 100 - 300 Punkte) = Abiturgesamtpunktzahl (300 - 900 Punkte). Mit der Gesamtpunktzahl lässt sich aus einer vorgegebenen Tabelle der Abiturdurchschnitt ablesen.

Wichtig: Es besteht die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt von der Abiturprüfung zurückzutreten. Bei Rücktritt nach der Zulassung zu den Abiturprüfungen gilt das Abitur als nicht bestanden.