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Diagnostik und Diagnosekonzept(e) am GSG Unna

Präambel: Diagnostik und gezielte individuelle Förderung bedingen sich gegenseitig. Die Diagnostik ist dabei sowohl Voraussetzung für die Förderung als auch der Indikator ihrer Wirksamkeit.

Die Verfahren, die dabei angewendet werden, sind z.T. jahrgangsspezifisch, z.T. gelten sie übergreifend. Hinzu kommen fächerspezifische Diagnoseverfahren am GSG, die in den Diagnosekonzepten der Fächer des GSG beschrieben werden.

 

Schulübergreifend sind folgende Verfahren zu nennen:

 

Unterrichtsbeobachtungen und Zeugnisse

Hier werden die Leistungssituationen im Unterricht (im Unterschied zu den Lernsituationen) genutzt, um über festgestellte Mängel bzw. Stärken gezielt Förderung (z.B. Verweis auf Schüler helfen Schülern bzw. Fachlehrervertiefungsstunden einerseits bzw. Drehtürmodell etc. andererseits) einleiten zu können. Hierzu gehören sowohl schriftliche als auch mündliche Beobachtungsmöglichkeiten wie Klassenarbeiten, mündliche Prüfungen, eingereichte Schülerarbeiten, etc.

Den Zeugnissen wird, sofern erforderlich, ein individueller Förderplan und eine Förderempfehlung beigegeben, die sowohl die Diagnose der Probleme als auch die Möglichkeiten zu ihrer Behebung aufzeigen.

Beratungstermine für Schüler und Eltern

Neben den regelmäßigen Beratungsterminen für Schüler und Eltern (zwei Mal jährlich Elternsprechtag) gibt es bei Bedarf zusätzliche Termine im Rahmen von wöchentlichen Sprechstunden des Kollegiums, die (ältere) Schüler und Eltern nutzen können oder im zeitlichen Zusammenhang mit den Zeugnissen zur Besprechung der individuellen Förderpläne.

Beratung unter den Kollegen

In Erprobungsstufen- und Zeugnis- bzw. Laufbahnkonferenzen beraten die Fachlehrer einer Klasse / eines Schülers untereinander über Leistungen und ggf. Sozialverhalten. Sie erhalten so ein differenziertes Bild über das eigene Fach hinaus und erkennen Beratungs- und Förder- oder Forderbedarf in Fächergruppen oder im gesamten Leistungsbild. Daraufhin können entsprechende Maßnahmen angebahnt werden (z.B. Angebot des „Springens“, Lerncoaching…).

Diagnose in Fördergruppen

Die in Fördermaßnahmen (DaZ, Lerncoaching, Förderband…) unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen stellen (z.T. im Benehmen mit den Fachlehrern) Lernstände und Entwicklungen fest und fördern dann gezielt. Zusätzlich nimmt z.B. die DaZ-Fachkraft an allen Zeugnis- und Laufbahnkonferenzen teil, in denen es um Schüler mit Migrationshintergrund geht, die sie in DaZ fördert. So erhält sie eine Rückmeldung über die Leistungen, die ggf. schon in anderen Fächern erbracht werden und kann Kollegen beraten, inwieweit die Schüler mit Migrationshintergrund gezielt in den einzelnen Fächern gefördert werden können.

Selbstreflexion der Schüler

Im Rahmen von Portfolios (z.B. im Englischlehrwerk integriert) oder im Rahmen der Besprechung von Benotungen (mindestens 1x im Quartal) erstellen die Schülerinnen und Schüler eine Art mündliche „Selbstdiagnose“ im Gespräch mit der Fachlehrkraft.

 Studien

Die Teilnahme an Studien wie PISA oder COPSOQ, die Auskunft über Leistungsstände bzw. Lehrergesundheit im Vergleich mit anderen Schulen geben, ermöglichen eine gezielte Förderung bzw. das Arbeiten an der Schulqualität insgesamt.          

 

Jahrgangsstufenspezifische Diagnoseverfahren:

 

Erprobungsstufe:

 

Übergabeprotokoll und Aufnahmegespräch

Bereits vor Beginn der Schulkarriere am GSG erhält die Schule ein „Übergabeprotokoll“ mit Stärken und Schwächen des Schülers von der Grundschule. Dieses Protokoll umfasst die Bereiche Deutsch, Mathematik und Sachkunde sowie Arbeits- und Sozialverhalten. Bei den beiden Grundschulen im Bezirk sorgen zudem gegenseitige Besuche der Klassenleitungen und Schüler für einen diagnostisch wertvollen Informationsfluss.

Im Falle einer eingeschränkten Gymnasialempfehlung wird am Anmeldetag ein Gespräch mit den Eltern geführt, in dem es u.a. um eine Einschätzung der Eltern und des Kindes geht, warum die Empfehlung nur eingeschränkt ist. Sollten Probleme in einem Hauptfach vorliegen, wird sofort die erste Fördermaßnahme eingeleitet. Dies geschieht in Form einer Literaturliste mit Übungsmaterial für den Übergang zum Gymnasium (fachspezifisch) und / oder einer Vereinbarung, dass das Kind von Schulbeginn an an den Fachlehrervertiefungsstunden in einem Fach teilnimmt.

Erprobungsstufenkonferenzen

Zur Rolle der pädagogischen Konferenzen bei der Diagnostik: s.o. In der Erprobungsstufe kommt hinzu, dass die Lehrkräfte der abgebenden Grundschulen nach Möglichkeit bei der ersten Konferenz anwesend sind und wertvolle diagnostische Hinweise liefern. In diesen Konferenzen wird auch, sofern die Leistungen das nahelegen, die Belegung von Fachlehrervertiefungsstunden durch einzelne Kinder modifiziert.

Mittel- und Oberstufe

Landesweite Vergleichsarbeiten: Die Teilnahme an landesweiten Vergleichsarbeiten in der Jahrgangsstufe 8, EF und Q2 (VERA bzw. zentral gestellte Klausuren) ermöglichen zumindest in den Hauptfächern eine Diagnostik des Lernstandes der Schüler im schulexternen Vergleich. Auch aus diesen Ergebnissen werden Fördermaßnahmen abgeleitet.

 

Sonstige Diagnoseverfahren:

 

KAoA

Die Berufsorientierung bedarf ebenfalls diagnostischer Werkzeuge, mit deren Hilfe die Schüler einen für sie passenden Beruf wählen können. Selbstdiagnose wird in Jahrgangsstufe 8 und Q1 mit der Potenzialanalyse und dem GEVA-Test unter Expertenanleitung und mit deren Hilfe angebahnt. Auch die praktischen Berufserfahrungen im Praktikum oder der Berufsfelderkundung tragen dazu bei, genau wie der selbstreflektierte Umgang mit Beratungsangeboten wie Talentscouting oder Berufsinformationsbörse.

 

Für weitergehende Diagnostik verweisen wir Ratsuchende an entsprechende Experten.